»Die Möwe« beginnt mit einem Stück im Stück: Geschrieben hat es der junge und ambitionierte Konstantín Trepljów für seine Geliebte Nína. Sie beide träumen von der großen Karriere: er als Schriftsteller, sie als Schauspielerin. Doch die Aufführung auf dem Landsitz wird zum Desaster. Tschechows Stück handelt von künstlerischen Lebensentwürfen sowie dem Streben nach Erfolg und Liebe.
Eine Möwe schmückt immer noch den Vorhang des Moskauer Künstlertheaters, wo Tschechows Stück 1896 uraufgeführt wurde; und auch über hundert Jahre danach ist diese »Komödie« - ihrem Autor zufolge »beginnt sie forte und endet pianissmo« (und tragisch) - auf den Bühnen der ganzen Welt zu Hause. Die psychologische Feinzeichung der Figuren, die verborgene Dramatik, die Frage, wie sich der Künstler zur Gesellschaft verhalten soll, und nicht zuletzt das Interesse an dem Schicksal einer lebensstarken jungen Frau haben der Möwe bis heute ihre Wirkung bewahrt.