Der historische Fall des Förstersohns vom Bodensee, der in Wien zum Wunderdoktor aufsteigt und dann gar zum Mittelpunkt der Pariser Gesellschaft kurz vor der Revolution avanciert. Franz Anton Mesmer (1734 - 1815): ein Aufklärer, der den Kosmos zum Ausgang nimmt für seine Erkundungen - und der Licht bringt ins Dunkel der Seele. Ein faszinierender, glänzend erzählter Essay über Versuch und Irrtum - und über das Leben als Rätsel mit offenem Ausgang.
Mesmer ist eine schillernde Figur. Ohne Zweifel hochbegabt, bestens ausgebildet, ehrgeizig und charismatisch nimmt er akute Entdeckungen und Fragestellungen seiner Zeit auf und transferiert sie auf sein Terrain als praktizierender Arzt und empirisch operierender Wissenschaftler. Die Zeitgenossen verfolgen sein Wirken mit Begeisterung und Skepsis. Der König von Frankreich beruft gleich zwei Kommissionen, um seine Lehre vom »Animalischen Magnetismus« überprüfen zu lassen. Vorsitzender wird Benjamin Franklin.
»Der Mesmerismus ist vom philosophischen Standpunkt aus betrachtet die inhaltsschwerste aller jemals gemachten Entdeckungen, wenn er auch einstweilen mehr Rätsel aufgibt als löst!« Arthur Schopenhauer
»Das in den Erscheinungen jenes Magnetismus sichtbare Sichlosmachen des Geistes von den Schranken des Raumes
und der Zeit und von allen endlichen Zusammenhängen ist etwas, was mit der Philosophie eine Verwandtschaft hat und das, da es mit aller Brutalität einer ausgemachten Tatsache dem Skeptizismus des Verstandes Trotz bietet, das Fortschreiten von der gewöhnlichen Psychologie zum begreifenden Erkennen der spekulativen Philosophie notwendig macht, für welche allein der tierische Magnetismus kein unbegreifliches Wunder ist.« Georg Wilhelm Friedrich Hegel
»Alle psychotherapeutischen Methoden von heute und ein gut Teil aller psychotherapeutischen Probleme gehen kerzengerade auf diesen einen Mann, Franz Anton Mesmer, zurück.« Stefan Zweig