Wenn Blicke töten könnten, hätte Almuth Seegers schon etliche Leichen hinterlassen. Gerade musste die ehemalige Zahnärztin ihre Praxis aus Altersgründen an einen jüngeren Kollegen verkaufen, jetzt steht die seit 19 Jahren geschiedene, mit ihrem Leben unzufriedene Seniorin vor einer inneren Leere, die sich auch mit dem Versuch, das Golfspielen neu zu entdecken, nicht kompensieren lässt.
Almuth hat ein großes Problem: Sie liebt sich selbst nicht, daher ist sie auch nicht in der Lage, Zuneigung zu anderen zu empfinden. Wenn ein Gespräch allzu persönlich zu werden droht, pflegt sie es mit der Floskel "Schluss, aus, Themawechsel!¿ forsch zu beenden. Selbst das Verhältnis zu ihrer Mutter Elisabeth, die in einem Altersheim lebt, ist von deutlich unterkühlter Natur - kein Wunder, denn Almuth will sich selbst nicht eingestehen, wie viel sie von dem kühlen, äußerlich abweisenden Charakter ihrer Frau Mama übernommen hat.
Ein Jahr ist vergangen, seit Rita die gestrenge Almuth aus der Reserve locken konnte. Dennoch hat sich das Verhältnis der beiden Frauen nicht grundlegend geändert: Rita putzt weiterhin Almuths Wohnung, die wiederum ihren Ruhestand organisiert. Bis Ritas Mann Werner plötzlich verstirbt. Herzinfarkt. Einfach so. Jetzt ist es an Almuth, Rita in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen auch wenn ihr das nicht leicht fällt. Dazu kommt, dass auch Klaus, Almuths Freund aus alten Tagen, eine Entscheidung für ein gemeinsames Leben von ihr einfordert. Rita wiederum plagen nach Werners Tod finanzielle Sorgen, umso mehr ärgert sie Almuths Wegwerfmentalität. Das Chaos ist perfekt als obendrein Almuths Tochter Kathrin mit Kind und Kegel zu ihr zieht. Betrogen vom Ehemann und entschlossen, nie wieder zu ihm zurückzukehren, heizt sich die angespannte Stimmung zusätzlich auf.