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Wilhelm von Tyrus (um 1130-1186) war Erzbischof von Tyros, Kanzler des Königreichs Jerusalem und gilt als einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber desMittelalters. Er stammte aus einer wohlhabenden, jedoch nicht adligen Familie, die Anfang des 12. Jahrhunderts aus Italien oder Frankreich in das erst 1099 gegründete Königreich Jerusalem ausgewandert war. Um das Jahr 1145 ging Wilhelm in den Westen, um dort fast 20 Jahre lang zu studieren. Sein Studium der freien Künste begann er in Paris. 1155 wechselte er zur Theologie und führte es ab 1160 in Orléans fort. Von dort ging er 1161 oder 1162 nach Bologna, um an der dortigen berühmten Universität Rechtswissenschaften zu studieren. 1165 kehrte er ins Heilige Land zurück, wurde Kanonikus an der Bischofskirche von Akkon und erhielt am 1. September 1167 von Erzbischof Friedrich von Tyrus die Weihe zum Erzdiakon. Im Frühjahr 1167 trat er in die Dienste von König Amalrich I. von Jerusalem, der ihn dazu brachte, die Geschichte der Kreuzfahrerstaaten zu schreiben. Wilhelm war auch der Erzieher des Königssohns, des späteren Königs Balduin IV., der ihn nach seiner Thronbesteigung 1174 zum Kanzler des Königreichs Jerusalem ernannte. Um das Jahr 1170 begann er mit seiner Chronica, die trotz mancher Mängel ein beachtliches Werk und eine wichtige Quelle für die Geschehnisse in Outremer darstellt. Wilhelm von Tyrus benutzte (wie Albert von Aachen) überlieferte wie auch verschollene Quellen. Bedeutend ist, daß ihm als Kanzler und Hofhistoriker die Urkunden aus den Archivkammern des Königreiches zur Verfügung standen. 1175 erhielt Wilhelm die Weihe zum Erzbischof von Tyrus. 1179 nahm er am 3. Laterankonzil teil und verbrachte bei seiner Rückkehr nach Jerusalem sieben Monate am Hofe des byzantinischen Kaisers Manuel I. Komnenos. 1184 trat er vom Amt des Kanzlers zurück.
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