Bern, Ende der 1990er-Jahre: Als auf dem abgelegenen Landgut Chrütligen die Leiche der eigenwilligen, äusserst streitbaren Altpatrizierin Charlotte Vontobler gefunden wird, wissen die Kriminalbeamten Pesche Gasser, Björn Egger und Judith Werren vom Dezernat "Leib & Leben" der Kantonspolizei Bern, dass sie nun ganz besonders Obacht geben müssen. Sie stehen rasch vor einem undurchsichtigen Geflecht aus Schweigen, Gier und alten Feindschaften.
Vontoblers wortkarge Haushälterin, der schmierige Anwalt, der cholerische Pächter des Gutsbetriebs, die erbberechtigte Nichte und der alte Stadtnachbar auf Freiersfüssen spinnen in stetem Kampf gegeneinander ein fadenscheiniges Netz aus Lügen und Verleumdungen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Gärtner spurlos verschwunden ist. Anders als seine Untergebenen sieht Kripo-Vize Sebastian Bänziger nicht in erster Linie das grausame Verbrechen - sondern seine Chance, endlich in den Kreis des Stadtberner Geldadels aufzusteigen.
(...) «Der Herr im Himel und der Tüfel wüsse, mit wäm ig es scho ufgno ha, di wärde sech beidi hüete, mir sone lächerliche Bote z schicke», het d Charlotte Vontobler gwäffelet, wo ire d Sophie vor meh als einere Wuche z erschte Mal mit däm Ammemärli vom Waldchuz isch cho, vo däm Nachtvogel, wo chömi cho Stärbendi hole. Nei, das Gstürm mag si itze nümme ghöre. Und hüt grad gar nid! Aber d Ereignis vom früene Morge, di hei der Sophie Uftryb gää: «Madame, das het gar nüt Guets z bedüte», het si gchlagt. «Der Chuz! Und itze das mit em Sir John. Madame, i han Angscht!» (...)