In Bern und seinem Umland warten Menschen auf etwas, das vielleicht nie kommt, auf Liebe, Vergebung, einen Anruf, das Ende einer Ehe, ein bisschen Gnade oder nur darauf, dass ihr Leben endlich eine andere Richtung nimmt. Ein alter Mann verschenkt im Regen seinen Schirm. Ein Jugendlicher sitzt vor einem kaputten Lift und weiss nicht, ob er nach Hause gehen soll. Eine Influencerin filmt weiter, während hinter ihr etwas Entsetzliches geschieht. Eine Tochter widersetzt sich der digitalen Aneignung von Erinnerung. Ein Pianist beginnt nach einer Operation buchstäblich noch einmal von vorn. WORAUF WIR WARTEN versammelt 60 präzise komponierte Geschichten zu einem literarischen Stadtroman von melancholischer, scharfer, zärtlicher und sozial genauer Wucht.
Wir warten.
Wir warten. Und irgendwann wartet nichts mehr auf uns.
WORAUF WIR WARTEN ist Bern im Regen. Glänzende Pflastersteine, kalter Wind unter den Lauben. Menschen, die aneinander vorbeigehen, als hätten sie ein Ziel.
Da ist der Junge, der nur einen Schirm sucht. Der Mann, der vor dem Weißen Haus nur reden will. Die Frau, die auf eine Nachricht wartet, bis das Warten selbst entscheidet. Ein Vater, der im Bahnhof steht und plötzlich nicht mehr weiß, wo er ist.
Und überall Orte. Bars, Treppenhäuser, Küchen, Tramlinien, eine Tankstelle. Räume des Zufalls, in denen man sich begegnet und manchmal bleibt.
Die Geschichten sind kurz und hart, manchmal komisch, oft schmerzhaft. Immer nah. Sie erzählen von Einsamkeit mitten in der Menge, von Liebe, die sich als Trotz tarnt, von Wut, die eigentlich Angst ist. Und von diesem einen Moment, in dem man begreift., Nicht das Leben passiert. Wir lassen es passieren.
WORAUF WIR WARTEN ist kein Buch über große Wendepunkte. Es ist ein Buch über die Sekunden davor. Über das Zögern. Über das Wegsehen. Über das stille Einverständnis mit einem Leben, das sich unmerklich verschiebt.
Geschichten über das, was wir nicht tun. Und über den Preis, den wir dafür zahlen.