Hunger gilt bis heute als eine der grössten Herausforderungen für die Menschheit. Bis zu 30 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, jeder zehnte Mensch leidet unter den Folgen von Unterernährung. Hunger als Phänomen kann zudem sowohl Auslöser als auch Katalysator von Konflikten sein. Dieser Band, der aus einem interdisziplinären Workshop im Jahr 2023 an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, hervorgegangen ist, geht diesem Zusammenhang nach und untersucht, wie Strafrechtssysteme in unterschiedlichen Epochen auf Hunger reagieren oder eine Kriminalisierung von Hunger und Armut organisieren. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit strafrechtliche Reaktionen auf Hunger bereits bestehende strukturelle soziale Ungleichheiten reflektieren.